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01.06.2026

Losung Juni 2026

Hebräer 13,3: Denkt an die Gefangenen, als wäret ihr mitgefangen! Denkt an die Mißhandelten, denn auch ihr lebt noch in eurem irdischen Leib!

 

Mit-Christen

 Die Drehung um uns selber hört leider mit der Bekehrung nicht automatisch auf. Manchmal wird sie sogar zu einer ganzen Gemeinde-Kultur. Es ist sehr hilfreich, von OpenDoors oder der Hilfsaktion Märtyrerkirche ab und zu daran erinnert zu werden, wie Gemeinde Jesu im größten Teil der Welt wirklich lebt. Wie wär es denn, wenn Joyce Meyer ihre Irrlehren unseren Geschwistern in Nordkorea oder Nigeria mal ins Gesicht blubbert?

Gemeinde Jesu hat einen Herrn, der sie erlöst hat und regiert, aber i.d.R. nicht zu Bedingungen, die in dieser Welt etwas hermachen. Das liegt daran, dass „sein Reich nicht von dieser Welt ist“ (Johannes 19). Der „Fürst dieser Welt“ hasst die Gemeinde Jesu, weil sie der Beweis dafür ist, dass Jesus ihn besiegt hat. Deshalb bekämpft er sie. Jesus lässt dabei vieles zu, weil ihre Substanz dadurch nicht mehr gefährdet werden kann: Ihre Erlösung und ihre Ewigkeits-Bestimmung. Erlösung in dieser Welt zieht aber, so leidvoll dies ist, noch die Herauslösung aus dieser Welt nach sich.

Jesus sagt: „Die Pforten der Hölle sollen meine Gemeinde nicht überwinden“ (Matthäus 16). Aber die Angriffe sind da, und sie bringen Menschen, da sie nunmal „im irdischen Leib leben“, in große Not. Reflexartig würde man jetzt, v.a. als Deutscher, nach dem Staat schreien, aber Christen haben in den meisten Staaten der Welt nichts zu erwarten. Allerdings sind sie „versetzt in das Reich seines lieben Sohnes“ (Kolosser 1), und die Bürger dieses Reiches sind von ihrer Regierung angewiesen, Verantwortung füreinander zu übernehmen.

Der Schreiber weist die Empfänger darauf hin, dass sie ihr Christsein unter denselben Bedingungen in dieser Welt leben – nur nicht mit denselben Konsequenzen, aber das kann sich schnell ändern. Auf dieser Basis sollen sie ein Bewußtsein für Solidarität entwickeln. Gemeinde Jesu soll in diesem Bewußtsein leben, damit die Not des einen die Hilfe des anderen findet. Eigendrehung hat hier fatale Folgen: Sie führt zu Narzismus, der den Blick auf Christus nimmt und für Christus unbrauchbar macht, und sie führt zum Verlust der Hilfe durch andere in der eigenen Not.

Wenn Gemeinde Jesu die Erscheinungsform Jesu Christi in dieser Welt ist, dann muss sie von Fürsorge und Anteilnahme geprägt sein, denn sie selbst lebt von der Fürsorge und Anteilnahme ihres Herrn.