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01.07.2026

Losung Juli 2026

Amos 5,24: "Es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach"

! „Haßt das Böse und nicht das Gute!“

Da war im Nordreich Israel aber gewaltig was durcheinander gekommen. Die Führungsetage hatte die Maßstäbe Gottes beseitigt und stattdessen für Politik und Justiz, und daraus folgend für das gesamte Miteinander Maßstäbe aufgerichtet, die Gott als böse verurteilt. Man feierte weiterhin Gottesdienste. Allerdings fanden diese ohne Gott statt, was aber auch nichts ausmachte, weil Gott sowieso gar nicht gemeint war. > Stell dich doch nicht so an, Gott, und gib dich mal mit der Form zufrieden, die wir dir anbieten! < An anderer Stelle kündigt Gott an, dass er von innen die Tore des Tempels zuhalten will.> Warum bist du denn so bockig, Gott? So schöne Formen haben wir uns für dich ausgedacht. < Was Gott festgesetzt hat (Recht), und was zu ihm passt (Gerechtigkeit), davon soll das Leben seines Volkes bestimmt sein. Das Verb „strömen“ spielt natürlich auf die Art an, wie Gott segnen will, und dieser Segen wird strömen, sobald Gottes Volk sich danach ausstreckt, was Gott festgesetzt hat, und was zu ihm passt. Es hatte eine Umwertung der Werte stattgefunden. Gottes Volk hatte seinem Gott die Hoheit aus der Hand genommen, Werte festzusetzen. Damit war man zum absoluten Wesenskern der Sünde zurückgekehrt: Selbst sein wollen wie Gott. Das kann sehr ehrenhaft und ethisch hochwertig anfangen. Was sollte man denn gegen „Frieden schaffen ohne Waffen“ haben? Das Problem ist aber ein grundsätzliches: Menschliche Maßstäbe, auch die guten, lassen Gott außen vor, und dadurch werden sie willkürlich. So gibt es das Lebensrecht für Kinder in Kriegsgebieten, was völlig unstreitig ist, aber es gibt nicht das Lebensrecht für Kinder im Mutterleib. Und es stellt sich die Frage: Wer hat die Hoheit, Recht festzusetzen? Der Mensch, der sich diese Hoheit selber beilegt, trennt Recht von Gerechtigkeit und bringt sich dadurch selbst gegen Gott in Stellung. Dass dieser Prozeß für Heiden kein Problem ist, ist leicht nachvollziehbar. Dass dieser Prozeß aber mittlerweile für weite Teile der organisierten Christenheit auch kein Problem mehr ist, ist brandgefährlich. „Ihr nennt das Böse gut, und das Gute böse. Ihr nennt das Recht Unrecht und das Unrecht Recht.“ Dieser Vorwurf zieht sich durch die Propheten-Literatur. Dem Nordreich Israel hat er nicht lange nach Amos die völlige Vernichtung eingebracht. Das Südreich Juda hat Gott nur deswegen nicht vernichtet, weil er daraus noch seinen Messias kommen lassen wollte. Welche Existenz-Garantie behaupten wir eigentlich für unsere Gemeinden angesichts dessen, dass Jesus 6 der 7 Gemeinden der Offenbarung trotz deutlicher Warnungen zumachen mußte? Gottes Wort nennt schon die Wahl Israels „Heiligung“. D.h., Gott nimmt sich dieses Volk für seinen persönlichen Gebrauch besonders heraus. Er will sein Wesen an diesem und durch dieses Volk zu erkennen geben. Achtung, Heilsgeschichte!: Durch seinen Heiligen Geist verwirklich er sein Wesen in den Christen, was die neutestamentliche Bedeutung von Heiligung ist.