‹ zurück zu allen Andachten

05.07.2026

Losung 5.Juli 2026

Psalm 22,11: "Du bist mein Gott von meiner Mutter Schoß an."

2. Timotheus 1,5: "Denn ich erinnere mich an den ungefärbten Glauben in dir, der zuvor schon gewohnt hat in deiner Großmutter Lois und in deiner Mutter Eunike; ich bin aber gewiß, auch in dir."

Gotteskindschaft

Es ist ein großer Segen, wenn man in einer Familie aufwachsen darf, in der es seit Generationen Christen gibt. Die Wahrheit des Evangeliums und der praktisch gelebte Glaube können ihre Prägekraft so entwickeln, dass die Kinder darin aufwachsen. Sie werden dadurch schon früh gefestigt, orientiert und vor Vielem bewahrt. Aber „Gott hat keine Enkelkinder“. Es muss der eigene Glaube, die eigene Gotteskindschaft werden. Lois und Eunike haben offenbar so gelebt, dass Timotheus dem gut folgen und, als Paulus dann kam und Jesus verkündigte, diesen von Herzen annehmen konnte. Ich bete manchmal, dass meine Kinder über meinen Glauben nicht irgendwann mal sagen: „Danke, mir ist schon schlecht“. Gotteskindschaft ist das Gnadengeschenk schlechthin. Dieses Geschenk hält der Psalmist auch in den Tiefen, Ängsten und Leiden fest, die er formuliert. Als Jesus in die Nicht-Gotteskindschaft der verlorenen Menschheit eintreten musste, zitierte er diesen Psalm. Als er sich von Gott „zur Sünde machen“ ließ, als der Vater sein Gesicht abwandte, könnte es da auch zu seinen schwersten Bedrängnissen gehört haben, die Gotteskindschaft zu verlieren, damit er denen gleich würde, die sie verloren hatten? Ich spekuliere hier nicht weiter. Was für ein unglaubliches Geschenk, dass es zur Gnade dazugehört, dass Sünder zu dem heiligen Gott „Abba, lieber Vater!“ sagen dürfen! Und das sind nicht nur Worte. Jedem der ihn aufnimmt, „gibt er die Vollmacht, Gottes Kind zu sein“ (Joh. 1,11). „Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater erwiesen, dass wir Gottes Kinder heißen sollen, und wir sind es auch!“ (1Joh 3,1) Die Liebe Gottes macht uns also zu Gottes Kindern. Diese Liebe hat seinen eigenen Sohn das Leben gekostet. Was sollte diese Liebe also noch in Frage stellen? Die Vollmacht, die er uns gegeben hat, seine Kinder zu sein, ist sein Heiliger Geist in uns. Achtung, Heilsgeschichte: Diesen Heiligen Geist nimmt er nicht mehr zurück! Der heilige Gott nimmt Sünder so völlig zu Kindern an, dass er sie durch die Kraft seines eigenen Wesens neu schafft und neu gestaltet.