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31.05.2026

Losung 31.Mai 2026

Psalm 139,17: "Wie schwer sind für mich, Gott, deine Gedanken! Wie ist ihre Summe so groß!"

 Römer 11,33: "O, welch eine Tiefe des Reichtums, beides, der Weisheit und der Erkenntnis! Wie unbegreiflich sind seine Gerichte und wie unerforschlich seine Gedanken!"

 

Unbegreiflich ergreiflich

 Wenn einem Gott in seiner ganzen Größe vor Augen steht, wie David es hier schildert, hört das Begreifen auf. Der Zielgedanke dieses Psalms ist dabei aber Seelsorge. In Psalm 19 bekommt man Gottes Größe dagegen so um die Ohren gehauen, dass man sich am liebsten wegducken möchte. Vor dieser Größe kann der Sünder nicht bestehen. Der Sünder muss erkennen, dass das Begreifen-wollen zum Kern seines Hochmuts gehört, und dass er daran scheitern muss. In Psalm 139 darf dagegen die getriebene Seele erkennen, dass die Größe Gottes ihre Rettung ist, dass die Unbegreiflichkeit Gottes ihre Zuflucht ist. Sie kann das Begreifen-wollen aufgeben und zum Ergreifen übergehen.

Gottes Größe treibt Menschen ins Scheitern; das ist seine Souveränität. Wer Gott in der Haltung gegenübertritt, ihn seinem eigenen Geist unterwerfen zu wollen, wird dieses Scheitern erfahren.   Wer aber bereit ist, den Spieß umzudrehen wie David und zu sagen: „Gott, du erforschest mich und kennest mich!“, der wird diesem Erforschen als Begegnung mit dem Seelsorger und dieses Kennen als Begegnung mit dem Vater erleben. Gottes allwissenheit, die David schildert, ist nicht Fatalismus, sie ist Bergung und Einladung, sich zu bergen.

Menschen rennen sich den Schädel ein bei dem Versuch, Gott zu begreifen, und ihre Not wird immer größer. Wohlmeinende konstruieren dann Entschuldigungen für die Unbegreiflichkeit Gottes, die meistens zu immer größerer Distanz führen; die meisten verfallen aber in Spott. Gott dagegen hat sich ergreifbar gemacht und ist uns dafür so nah wie irgend möglich gekommen. Jesus Christus ist Gottes ausgestreckte Vaterhand!

Das Begreifen-wollen führt zum Verlust des Trostes durch Unverständnis, zur Angst, ein unkontrollierbarer Gott könnte irgendwelche Gemeinheiten planen. Daraus konstruiert man dann den „verborgenen Gott“. Jesus Christus ist die Offenbarung Gottes, er ist das Mensch-gewordene Herz Gottes!

Die Versorgung unserer Seele liegt im Ergreifen Jesu Christi. „In ihm liegen verborgen alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis“ (Kolosser 2). Alles Suchen soll ein Suchen nach Jesus sein. Alles Begreifen-wollen soll in die Erkenntnis münden, wer Jesus ist.