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25.02.2024

Losung 25. Februar 2024

5.Mose 6,6-7: "Diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollst du zu Herzen nehmen und sollst sie deinen
Kindern einschärfen und davon reden."
Johannes 14,26: "Der Fürsprecher, der Heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, der wird
euch alles lehren und an alles erinnern, was ich euch gesagt habe."


Wider das Vergessen
Es geht also darum, das einmal geoffenbarte Reden Gottes, des Vaters und des Sohnes, wach und
lebendig zu halten. Sowohl das geschriebene Gotteswort, als auch der Heilige Geist sind dafür da.
Die Torah sollte das Denken und Handeln der Israeliten völlig bestimmen. Deshalb sollte sie an der
Stirn und am Handgelenk getragen werden. Sie sollte den „Ausgang und Eingang“ (also den
Lebenswandel) bestimmen. Deswegen sollte sie eine Inschrift an den Türpfosten sein. Eltern sollten
bestimmte Dinge tun, damit die Kinder fragen: Warum macht ihr das? Diese Frage sollte die
Möglichkeit eröffnen, Gottes Wort zu lehren. Gott setzt bestimmte Strukturen ein, um im Alltag
seines Volkes sein Wort lebendig und gegenwärtig zu machen und immer schon der nächsten
Generation einen alltäglichen, üblichen Umgang damit zu schaffen. So vorzugehen, ist für viele
Christen weltweit eine große Not und gleichzeitig ein großes Bedürfnis. Mich treibt die Sorge um, dass
es bei uns vielleicht genau umgekehrt sein könnte.
Aus einem ähnlichen Grund hat Martin Luther die Katechismen geschrieben; den großen, weil nicht
mal mehr die Pfarrer wussten wovon sie überhaupt sprachen; den kleinen, damit es den Eltern
möglich wäre, ihre Kinder im Glauben zu erziehen. Ein Unterricht im Wort Gottes, der zu einem
Leben im Wort Gottes führt, ist sicher mehr als das Erzählen biblischer Geschichten. In meiner
eigenen Biographie als Sonntagschul-Onkel in Würgendorf vor über 30 Jahren bewegt mich bis heute
die Frage: Haben wir den Kindern überhaupt verkündigt, dass die großen Heilstaten Gottes einen
Anspruch an sie stellen, auf den sie reagieren müssen?
Jesus sagt über den Heiligen Geist: „Er wird mich verherrlichen, denn von dem Meinen wird er es
nehmen und euch verkündigen“ (Joh. 16,14). Wo der Heilige Geist am Werk ist, dürfen wir also mit
zwei Dingen rechnen: 1. Es kommt nichts außer Jesus. 2. Es kommt die ganze Fülle Jesu. Das gilt,
wenn der Heilige Geist „in alle Wahrheit leitet“. Hier hinein gehören die Briefe des NT. Das gilt auch,
wenn der Heilige Geist „an alles erinnert“ und so die Evangelien eingibt. Jede Art von Kritik am NT ist
daher direkte Kritik an Jesus Christus oder, wie Elias Schrenk sagte: Ein Majestäts-Verbrechen.
Aus der Tatsache, dass der Heilige Geist immer ganz zentral auf die Erinnerung an das Kreuz zusteuert
– die Passah-Woche bildet bei den Synoptikern ein Drittel des Evangeliums, bei Johannes sogar
deutlich mehr -, sollte uns auch davor warnen, etwas anderes als eine ungeschmälerte Theologie des
Kreuzes zu verkündigen. Wer nicht Gefahr laufen will, wider den Heiligen Geist Christus zu leugnen,
der darf beim Kreuz nichts beschwichtigen oder verharmlosen. Vielleicht sind Evangelisationen
deswegen oft so sinnlos, weil einen harmlosen Jesus keiner braucht.