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21.01.2024

Losung 21. Januar 2024

Hiob 2,10: "Haben wir Gutes empfangen aus seiner Hand und sollten das Böse nicht auch annehmen?"
Römer 8,28: "Wir wissen aber, dss denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die
nach seinem Ratschluß berufen sind."


Annehmen
Was für eine Art von Frömmigkeit war das eigentlich bei Hiob? Persönlich wurde sie ja wohl erst nach
seiner Gottes-Begegnung am Schluss. Hier ist die Frömmigkeit zwar ergeben, aber doch eher
fatalistisch als vertrauensvoll. In diesem Fatalismus hat dann wohl auch der „verborgene Gott“ für
Hiob seinen Platz.
Wie ist in einer solchen Frömmigkeit Annahme motiviert? Woraus resultiert die erwähnte
Ergebenheit? Ist es Erkenntnis eigener Ohnmacht, gemischt mit der Vermutung einer willkürlichen
Souveränität Gottes? Welche Beziehung ist zu einem Gott möglich, bei dem Lohn und Strafe
gleichviel wiegen?
Paulus kommt von der entgegengesetzten Seite und kann deshalb seine Gewissheit voranstellen.
Worin er sich grundsätzlich bergen, von wo aus er „alle Dinge“ werten kann, ist die Annahme, die er
bei Gott findet, die in jeder Hinsicht von Gott ausgeht (V.29). Paulus wertet hier „alle Dinge“ auch
nicht als an sich gut. Aber sie haben einen Dienst zu erfüllen, und der Dienstherr, dem sie in ihrem
Dienst Rechenschaft schulden, ist der Gott, der Paulus angenommen hat. Das macht die Dinge auch
nicht gut, aber es legt sie als Werkzeuge in die Hand eines guten Herrn.
Hiob sieht in allem Geschehen Gott als den Verursacher. Das tut Paulus nicht, und damit schließt er
sich z.B. Josef an („Ihr gedachtet, es böse zu machen, aber Gott gedachte, es gut zu machen.“). Das
Entscheidende ist die Wahrheit nach dem „aber“: Wenn Gott nicht immer der Verursacher ist, so ist
er doch immer der Regiseur. „Mächte und Gewalten“ mögen in dieser Welt der Sünde für
Geschehnisse verantwortlich sein. Aber inwieweit solche Geschehnisse Auswirkungen auf Kinder
Gottes haben, darüber haben sie keine Autorität mehr (Kol 1: „... und hat uns versetzt in die
Königsherrschaft seines lieben Sohnes.“. Außerdem nimmt dieser König gemäß seiner Hoheit bei
Bedarf eine Umzweckung vor: Wie immer es mal gedacht gewesen sein mag, es muss zum Guten
dienen – und wenn das Gute darin besteht, näher zu Jesus zu kommen.
Während nun Paulus seine Gewissheit v.a. mit dem Werk Christi begründet (V.30-39), flankiert
Johannes solche seelsorglichen Zusagen von Gottes Wesen her (1Joh 4,18): „Furcht ist nicht in der
Liebe. Wer sich vor Gott noch fürchtet, hat seine Liebe noch nicht erkannt.“
Eine Frömmigkeit, die ihre Kraft und Gewissheit vom Wesen Gottes bezieht, kann anders festhalten
und anders durchhalten, denn sie ist festgehalten und wird durchgehalten (Röm 8,29).
Friedrich Wilhelm I., der Soldatenkönig, fragte mal einen Offizier: Wie steht er zu mir? Er bekam die
Antwort: Ich fürchte Eure Majestät. Da donnerte der König los: Er soll mich gefälligst lieben!