Losung 19.April 2026
Hesekiel 34,16: "Ich will das Verlorene wieder suchen und das Verirrte zurückbringen und das Verwundete verbinden und das Schwache stärken."
1. Petrus2,25: "Denn ihr wart wie die irrenden Schafe; aber ihr seid nun bekehrt zu dem Hirten und Bischof eurer Seelen."
Der wachsame Hirte
Bischof heißt ja eigentlich Aufseher. Deshalb passt der Begriff auch so gut zum Hirten, denn dieser Aufseher achtet auf die Schafe. Er sieht jedes einzelne Schaf und kennt es mit Namen. Er hat die Gefahren für seine Schafe im Blick – die Gefahren, die aus ihnen selber kommen, und die Gefahren, die auf sie zukommen. Dem Aufseher fallen die Eigentümlichkeiten der Schafe auf, und dann weiß der Hirte sofort, wie er dem begegnen muss. Besonders wachsam ist der Aufseher auch, weil er gleichzeitig der Eigentümer der Schafe ist. Und der Hirte wird aktiv, sobald er an seinem Eigentum Handlungsbedarf sieht. Das macht den entscheidenden Unterschied zwischen dem „Hirten und Aufseher“ und einem bezahlten Knecht (Joh. 10). Der Knecht sagt: Ich mache nur meinen Job (- manche auch richtig schlecht, was Gott oft anprangert). Der Hirte geht ans Kreuz. Mit diesen Hinweisen auf Ps. 23 und Hes. 34, meint Petrus ein völliges Heilwerden des Lebens, jedenfalls in jeder wichtigen Hinsicht. Die Zeit, in der wir Schafe ohne Hirten waren, ist ein- für allemal vorbei. Der gute Hirte sorgt für den Lebensweg, die Versorgung, die Pflege und die Sicherheit seiner Schafe. Er weiß immer, welches Schaf wann was von ihm braucht, und gibt es ihm, weil es eben nicht sein Job, sondern sein Herzensanliegen ist. Wenn Jesus Christus zusagt: „Ich bin der gute Hirte“, dann entgehen seine Schafe seiner Aufsicht nicht. Daher spricht man im Blick auf Joh. 10 vom „Evangelium des guten Hirten“. Bei diesem guten Hirten kann ein Schaf Nüchternheit in der Betrachtung seiner eigenen Möglichkeiten walten lassen und seine Hoffnung ganz auf die Offenbarung des guten Hirten setzen (1Pt. 1,13).
