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15.03.2026

Losung, 15. März 2026

2. Chronik 25,8: "Bei Gott steht die Kraft zu helfen und fallen zu lassen."

Matthäus 10,29-30: "Verkauft man nicht zwei Sperlinge für einen Groschen? Dennoch fällt keiner von ihnen auf die Erde ohne Euren Vater. Darum fürchtet euch nicht, ihr seid wertvoller als viele Sperlinge!"

Gottes Handeln

Dieses „zu helfen und fallen zu lassen“ ist uns doch sehr fremd. Was soll ich mit einem Gott, der nicht eindeutig auf das Helfen festgelegt ist? Und was soll ich mit einem Gott, der nicht eindeutig darauf festgelegt ist, wie ich Hilfe definiere? Mit was muss ich bei Gott rechnen? Einer unserer Studienleiter fragte uns mal, welchem dieser Sätze wir im Glauben folgen würden: „Gott tut, was gut ist.“ oder „Was Gott tut, ist gut.“. Bei dem ersten Satz bleibt die Definitionshoheit bei mir. Bei dem zweiten Satz muss mein Glaube zum Vertrauen ausreifen, weil die Hoheit bei Gott liegt. Um genau dieses Vertrauen geht es in der Frage nach dem Handeln Gottes. Auch, wenn ich Gottes Handeln nicht verstehe, brauche ich keinen „verborgenen Gott“ anzunehmen, weil er sich in Jesus Christus offenbart hat. Jesus sagt: „Wer mich sieht, der sieht den Vater“. D.h., im Blick auf Jesus sehe ich immer das Herz Gottes. Was er tut, mag mir nicht immer einleuchten, aber es kommt immer aus dem Herzen, das mir völlig offenbart ist. Israel musste oft die Erfahrung machen, dass Gott sie in seiner Hoheit auch fallen lässt. Das war immer dann der Fall, wenn sie Schindluder mit Gottes Heiligkeit getrieben hatten. In Jesus haben wir heilsgeschichtlich die entscheidende Änderung, dass wir als Sünder geheiligte Leute sind, denn „das Blut Jesu Christi wäscht uns rein von aller Ungerechtigkeit“. Das geschieht an uns als Geschenk, weil wir aus uns selbst Gott nicht heiligen können, und als Geschenk bleibt es ohne unseren Beitrag gültig. Die Heiligkeit Gottes wird als Maßstab an Jesus angelegt; an uns wird Jesu Blut als Maßstab angelegt. Deshalb ändert sich die Frage „Wie handelt Gott?“ für uns in die Frage „Wie hat Gott gehandelt?“. Deshalb gilt in Jesus der evangelische Aufruf: Lass dich freimachen vom Kontrollieren und lass dich freimachen zum Vertrauen! Es fallen Sperlinge vom Himmel. Christen werden krank und sterben. Das ist aber kein Fallen-lassen, wie wir es normalerweise verstehen. In Jesus gibt es kein Fallen aus der Hand Gottes mehr, nur noch ein Fallen in die Hand Gottes. In dieser Hand sind Helfen und Fallen kein Widerspruch, weil in beiden die Kraft Gottes gegenwärtig ist.