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14.06.2026

Losung 14. Juni 2026

Jeremia 24,7: "Ich will ihnen ein Herz geben, daß sie mich erkennen sollen, dass ich der Herr bin."

 Lukas 24,32: "Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete auf dem Wege und uns die Schrift öffnete?"

 

Gott gibt sich zu erkennen

 Unser Deutschlehrer prägte den Satz: „Wer sich tief weiß, ist um Klarheit bemüht, doch um Verschleierung, wer der Menge tief erscheinen möchte“. Das scheint mir in geistlichen Zusammenhängen auch zu gelten. Wo nicht Klarheit und Wahrheit, sowie biblische Eindeutigkeit herrschen, ist nicht der Geist Christi am Werk, sondern ein Illusionist.

Gott gibt sich zu erkennen, weil er nicht will, dass Menschen an ihm vorbeileben. Das tut er in der Schöpfung und in seinem Wort. Allerdings erfordert es seine Heiligkeit, dass wir Menschen das von ihm Erkennbare zum Anlass nehmen, ihn zu suchen. Und hier wird es jetzt dialektisch, um es mal theologisch auszudrücken: Einerseits sind wir verantwortlich dafür, Gott zu suchen und ihm die Ehre zu geben. Andererseits kann die Initiative dazu kaum von uns kommen.

So setzt Gottes „Ich will“ schon am absoluten Tiefpunkt unserer Schwachheit ein und lässt sein Erbarmen an uns arbeiten. Gott will gesucht und erkannt werden, und dahin wirkt sein Geist. „So ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, so will ich mich von euch finden lassen“ setzt voraus, dass Gott bereits das Suchen möglich macht.

Wer daraufhin seine Verantwortung wahrnimmt und zu Gott umkehrt, an dessen Herzen handelt er. Wir würden ja sonst gleich der nächsten menschlichen Unmöglichkeit zum Opfer fallen. Er schafft ein neues Herz, das ihn erkennt. Hier ist ein entscheidender Fortschritt im Neuen Bund: Jedes neue Herz kann Gott erkennen (Jeremia 31). Insofern ändert sich im Neuen Bund auch der prophetische Dienst.

Jesus ist nun die endgültige, vollständige Offenbarung Gottes. So muss es für uns immer darum gehen, ihn zu erkennen. Paulus schreibt in 2. Korinther 3-4, sein ganzer Auftrag bestehe darin, die Erkenntnis Jesu Christi zu verbreiten, da nur durch ihn auch die Offenbarung Gottes im Alten Bund verständlich werde. Jesus unternahm die Wanderung mit den Emmaus-Jüngern, um ihnen zu erklären, was „von ihm“ geschrieben steht. Was sie meinten, selber erkannt zu haben, führte sie in die Enttäuschung.

Jesus Christus ist das Ebenbild Gottes, wie Paulus verschiedentlich schreibt. D.h., was es von Gott zu erkennen gibt, ist in Jesus offenbart. So ist Gott, so ist Gottes Herz. Hier bleibt nichts Dunkles, Unheimliches oder Bedrohliches mehr. Hier ist völlige Zuwendung, Annahme und Barmherzigkeit. Auch auf schweren Wegen bekommen wir es nicht auf einmal mit der Kehrseite Gottes zu tun; ganz im Gegenteil: Gottes Heiligkeit verbietet es, dass er uns irgendwie anders begegnen könnte als so, wie er sich in Jesus Christus zu erkennen gegeben hat.