Losung 13. September 2026
Psalm 9,10: "Der Herr ist des Armen Schutz, ein Schutz in Zeiten der Not."
Jakobus 1,27: "Ein reiner und unbefleckter Gottesdienst vor Gott, dem Vater, ist der: die Waisen und Witwen in ihrer Trübsal besuchen und sich selbst von der Welt unbefleckt halten."
Wie dient man Gott?
Indem man sein Wesen in allem abbildet, was man tut. – Und was will Gott dann mit mir? Dann wäre er doch am besten beraten, er machte seinen Dienst selber. Die Heilstatsache, dass ich auch als Sünder in meiner Sünde nicht mehr tot bin, weil Gott mir Leben geschenkt hat, lässt mich hoffen, dass er sein Leben auch in mir umsetzt. „Ich bin gewiß, daß, der in mir angefangen hat das gute Werk, der wird’s auch vollenden bis an den Tag Christi Jesu.“ (Philipper 1,6) Nur wenn Gottes Herz mein Herz mehr und mehr prägt, werde ich mehr und mehr erkennen, was ihm wichtig ist, und kann es tun. Die Bibel spricht davon, dass wir Gott in Ewigkeit dienen werden. D.h., dass wir dort unsere Aufgaben so erfüllen, wie Gottes Herz es vorgibt. Hier unter den Bedingungen der Sünde bleiben wir Lernende, wenn wir uns denn überhaupt erstmal soweit demütigen, Lernende zu werden. Gottes Heiligkeit erlaubt es uns gleichzusetzen, was er tut und wie er ist. So bekennt der Psalmvers „Der Herr ist des Armen Schutz“ einen Gott, dem man sich mit äußerer Not völlig zurecht anvertraut. „Der Herr ist mein Hirte“ bekennt diesen Gott auch für die innere Not. Gott dienen heisst z.B. an beidem teilnehmen und an beidem teilgeben. Ich hörte jetzt eine juden-christliche Sicht auf die Bitte „Geheiligt werde dein Name!“: Das könne nur bedeuten, so zu leben, dass man am geheiligten Eigentum den heiligenden Eigentümer erkennen könne. Die Erfüllung dieser Bitte ist also auch unmöglich, es sei denn, Gott erfüllt sie selber in uns. Hier kommt das „Unbefleckt-halten von der Welt“ zum Tragen, allerdings wohl anders, als es im Pietismus oft verstanden wurde. Wenn es um mein Leben vor Gott geht, macht das Äußere mich nicht fleckig. In den Fragen, worauf ich mich gründe, wovon ich mich bestimmen lasse, worauf ich mich ausrichte, macht die Bibel den entscheidenden Unterschied zwischen Gott und „der gegenwärtigen Weltzeit“. Es kann also sinnvollerweise nur darum gehen, dass Gott handelt, dass er gründet, bestimmt und ausrichtet. Dieses Handeln Gottes zu suchen, ist dann wohl mein Gottesdienst.
