Losung 06. September 2026
Jesaja 51,7: Fürchtet euch nicht, wenn euch die Leute schmähen, und entsetzt euch nicht, wenn sie euch verhöhnen!
2.Timotheus 1,7: Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.
Fürchtet euch nicht!
Gott hat für sein Volk einen Wendepunkt bestimmt. Bisher war es Spielball aller möglichen Mächte. Dem wollte Gott ein Ende machen. Bisher hatten fremde Völker Macht, nicht nur zu Spotten, sondern auch zu schaden. Diese Macht sollten sie jetzt nicht mehr haben. Die Diffamierungen bleiben offenbar, aber das In-den-Dreck-treten wendet Gott jetzt ab. Das soll sein Volk unterscheiden. (Ob wir heilsgeschichtlich vor einem ähnlichen Punkt wieder stehen?) Diese Unterscheidung soll ihnen auch die Furcht nehmen.
In diesem Zusammenhang spricht Gott sehr konkret Leute an, „die seine Gerechtigkeit kennen“. Das stellt nun ein gewisses Problem dar, Seine Gerechtigkeit kannten die Generationen vorher auch und sind deswegen ins Gericht gekommen. Dieses Gericht soll aber beendet sein. D.h., sein Volk und seine Gerechtigkeit müssen in ein anderes Verhältnis zueinander kommen. Aber wie?
Der Aufruf des Propheten „Zieh an die Macht, du Arm des Herrn!“ macht deutlich, wo die Antwort herkommen muß. Sich nicht mehr fürchten zu müssen, kann nur darin begründet sein, daß Gott selbst die Gründe der Furcht beseitigt. Einer der Gründe war die Macht, die die fremden Völker ja tatsächlich hatten. Diese Macht hatten sie, weil Gott durch sie sein Volk richten wollte. Für die Befreiung von Furcht musste also diese Macht weg, und dafür mußte die Begründung für diese Macht weg. Aber wie?
Die Kapitel 52 und 53 schließen sich nicht nur aus mathematischer Logik an. Gott sendet seinen Messias, der alle Gerichtsgründe übernimmt und dadurch alle Zornesmacht auf sich zieht. Dieser Messias stellt so die Gerechtigkeit vor Gott her für alle, die sein stellvertretendes Opfer annehmen.
Dazu sagt Paulus: Es bleibt nicht nur bei dem juristischen Vorgang. „Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur“. Der Geist, durch den das geschieht, durch den „der Vater und der Sohn kommen und Wohnung nehmen“, erfüllt außer der Aufgabe, seine Frucht zu bringen, auch die Aufgabe, unsere Seele zu versorgen. Das tut er zuerst, indem er uns die Furcht vor Gott nimmt, dann, indem er uns die Kraft gibt, das Evangelium zu ergreifen. Durch das Evangelium soll aus unserer Angst vor Gott Liebe zu Jesus werden. Und wenn uns das Evangelium zu entgleiten droht, kann dieser Geist uns Besinnung auf die Wahrheit schenken: „Welcher seines eigenen Sohnes nicht verschont hat, sondern hat ihn für uns alle dahingegeben, wie sollte er uns mit ihm nicht auch alles schenken!“.
